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Vom Berg ist gut Lachen

Sternenweg

Mit sehr viel Glück geht’ s heute los, die Schuhe sind regendicht, so Jakob es will, der gar nicht mehr so handliche Rucksack voll archaischer kleiner Dinge, die man sonst selten braucht (Taschenmesser, improvisierter Schlafsack, Hirschtalg, Blasenpflaster, billige Taschenlampe (die man schütteln muss, damit die taiwanesischen Mikrobatterien sich so ordnen, daß sie trübe flackert) Waschpaste, Nähzeug, improvisierter Schlafsack, Hirschtalg, Blasenpflaster, der gläserne Schreiber im ledernen Etui, Tinte, Schnur…

Gib mir 2 leere Joghurtbecher und ich werde auch ein Telefon haben.

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heute entscheidet sich der Verlauf der nächsten Tage.. to fly? to wait? to tramp?

16. 04.: Nur noch 2 Tage, und aus Vorstellung, Vorbereitung und Hörensagen wird für lange Zeit erfahrungsentrücktes Neuland.. schon jetzt scheint mir das Entdecken als einzig beständige Heimat.

Alles ist bereit! Vulkanasche wird den Start nicht verhindern, eben auch die unverrückbar scheinende Erde zeigt sich bewegt

Gehen üben

Seit einiger Zeit gibt es da dieses aufgeregte Gefühl.

Zuerst kam es nur hin und wieder und aus einem Bewußtsein der Sicherheit heraus.

Es waren Geschichten die ich hörte, keine Märchen, und doch beinahe so phantastisch, wenn auch fern. Möglichkeiten, die sich in gebührendem Abstand in schillernden Farben zeigten und meine gerade so winterwarm ummantelte Phantasie angenehm zum Schaukeln brachten.

Das Spiel mit dem was wäre wenn ist prickelnd, und ich bin soo mutig! solange die Teetasse in greifbarer Nähe ist.

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Genial! :-)

Genial! :-)

Sieh Dich an

Alle anderen sind schon wach. Es fällt auf:

Die lange Stillen spielen lauthals Fangen,
nur Du, scheint es, schläfst noch,
Hast Dich tapfer gehalten, dafür Dank!
Ich schmeichelte Dir, drohte mit Liebesentzug:
Du gabst Dich unverrückbar, das war Trost.

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21. März 2010, Frühlingsanfang!

21. März 2010, Frühlingsanfang!

Schwebende Gärten

Der zweite Monat hier auf dem Hausberg und die Dinge ändern sich: der scheinbar ewigwährende Schnee räufelt sich von den Rändern her auf, darunter kommen vermutete und andere Dinge zum Vorschein.

Abgesehen von den Kollegen, die sich immer mehr erschließen (die schweigsame Regine mit den eindringlichen blauen Augen macht abends Telefonseelsorge und bekommt gerade ihre zweite persönliche Klientin, die unterhaltsame Danie fährt ehrenamtlich (!) viermal im Monat Noteinsätze, zwölf Stunden jedesmal, die gewissenhafte Anna möchte nichts lieber als schwanger werden und eine lange Weile nichts vom Arbeiten wissen, die kühle, stille Barbara singt Solo im Motettenchor, die strenge Oberschwester selbst malt am liebsten in Acryl und seufzt beim Gedanken an eine Auszeit, man munkelt, sie steuert seit längerem auf ein

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findest Du das jetzt sehr spirituell, irgendwie?

Oder ist es nur Visualisierung, ganz banal:

Ich wünsche mir ein Haus mit Wendeltreppe, Kamin und Blumen davor.

…einen zottigen Hund, einen klugen Mann,
der mich liebt wie ich bin und den ich lieben kann.
Gesundheit für Alle, einen Garten für die Mutter
Ein paar Freunde, etwas Seelenfutter:
Zeit für Ideen, Bücher, Ton, Farben, Licht,
ich glaube tatsächlich, mehr brauche ich nicht.

das kommt Dir noch mehr spanisch vor? Ausdauer, Mut im Überfluß

wär noch so eines. Das Meer. Sehen, Segeln, Reiten, Reisen.

Und Kuß! :-)

Año Santo Xacobeo

ich.. will Dich daran erinnern, daß Du Dich nun schon 39 Jahre auf den Jacobsweg vorbereitest. ..Du weißt ja, man kann niemals zweimal in denselben Fluss steigen und jede Reise ändert einen …steht auf der Karte mit dem grinsenden Frosch, dann noch was von Schneckenhäusern und der Motivation, sie zu verlassen und dergleichen Nettes.

Jaaa..! Aber nun will ich doch wissen, was es auf sich hat mit dem Heiligen Jahr, wenn ich schon unterwegs sein werde und warum die Pforte am 31.Dezember wieder zugemauert wird.

1,2 Mio Schritte sollen es sein von St Jean Pied de Port, einem der offiziellen Ausgangspunkte der rund 800 km Pilgerreise bis zu den Gebeinen des heiligen Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela.

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Tage mit Heike

Im gemütlichen Hotel gleich hinter der Grenze, wo man uns schon bald mit Namen kennt, werden wir fast aufgeregt empfangen. „Es ist Post für Sie da!“ heißt es „ganz seltsame, die Adresse drei mal anders geschrieben und die Briefmarken nicht abgestempelt!“ man gibt mir drei gleich große braune Umschläge, auf denen ich meine Schrift erkenne und finde sie überhaupt nicht seltsam. Hinten hat Juli unsere Adresse zugefügt. „Bergdörfler!“ denke ich, während Heike mit der neugierigen Chefin über eine Massage verhandelt. 

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Begegnung

Ich habe nur wenig Gepäck und komme gut voran in dem schmalen Gang, aber es nützt mir nichts, alle Plätze sind besetzt. Bis auf einen.

Ein Mann um die sechzig hat eine Tasche demonstrativ neben sich auf dem freien Sitz und schaut aus dem Fenster. So abweisend, daß ich es fühlen kann. Hier ist kein Platz für jemand anders, sagt der Blick, der mich dennoch fast trotzig streift, bevor er sich wieder dem Fenster zuwendet.

Für mich schon, denke ich, ich habe noch eine lange Strecke vor mir und die werde ich sicher nicht im Stehen verbringen. Auf meine Frage hin wirkt er gequält, will es verneinen. Schaut mich starr, fremd, fern von jeder Hoffnung an. Ich beharre, er räumt seine Tasche und mir schiesst ein Gedanke durch den Kopf: dieser Mann hat seine Frau verloren.

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